Schwachpunkte bei PV auf Metallfalzdach

Stöbert man im Internet, so stösst man rasch auf  Claudio Cristina's Fachartikel "Solaranlage auf Blechdach" aus dem Jahr 2013. Mit etwas Geduld findet man weitere Artikel wie zB. "Reaktion auf Montagefehler".

Meine wichtigsten Erkenntnisse aus den Recherchen:

  • PV-Anlagen nur auf neuen Metallfalzdächern mit bekannten Haftenpositionen
  • Die Haften zur Dachfixierung sind das schwächste Glied der ganzen PV-Konstruktion
  • Die Falzklemmen sollen zwischen zwei Haften montiert werden - niemals direkt auf Haften!
  • Pro Falzklemme soll die Belastung (Sog und Druck) 500N nicht überschreiten.
Jetzt wird es interessant: unser Dachrand ist auf der Wetterseite. Nimmt man die Annahmen der SOLARAPP fürWindsog unten, so muss pro PV-Modul mit bis 3 kN Windsog gerechnet werden: dynamischer Sog wohlverstanden!!

Auszug aus SOLARAPP
Auszug aus der SOLARAPP

Somit benötigt jedes PV-Modul am Dachrand mindestens 6 Falzklemmen!!

Jetzt zeigt sich wer ein echter Profi-Solarplaner ist:

  • der "Schlechteste" sitzt an den Computer und rechnet mit der jeweiligen Lieferanten-App die Anzahl Fixpunkte auf dem Dach aus: vermutlich kommt er auf 2-3 Falzklemmen pro Modul (so wie bei uns in der zweiten Offerte).
  • der "Mittelmässige" hört sich in der Branche um schlägt eine reduzierte Scharenbreite auf 430 mm vor (Aufpreis CHF 3000.- plus teure Einlegerahmen-Konstruktion von plus CHF 1000.-). Er kommt auf max. 4 Falzklemmen pro PV-Modul.
  • der "Clevere" besinnt sich auf eine günstige 3-Schienen-Konstruktion (z.B. Novotegra C38) und erhält bei einer 60cm Scharenbreite 6 Falklemmen pro PV-Modul.
Schneelasten  (bei uns etwa 2 kN pro Modul) sind statisch und liegen tiefer als Windsog am Dachrand.

Auf thermische Schwachpunkte komme ich in einem anderen Blog-Kapitel zu sprechen.


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